Nierenkrebs

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Erkrankung

Definition

Nierenkrebs ist eine bösartige Erkrankung von Nierenzellen.

Entstehung und Ursachen

Beim primären Nierenkrebs (Nierenzellkarzinom, RCC) entsteht der Tumor aus dem Gewebe der Niere selbst.

Beim sekundären Nierenkrebs tritt der Tumor erneut auf oder ein Tumor hat sich in einem anderen Organ (z. B. in der Lunge) entwickelt und in der Niere Absiedlungen (Metastasen) gebildet.

Die Ursache für Nierenkrebs ist bisher noch nicht eindeutig geklärt. Bestimmte Risikofaktoren können jedoch Einfluss auf die Entstehung der Erkrankung haben:

  • Alter (steigendes Risiko mit zunehmendem Alter)
  • Rauchen
  • Übergewicht
  • die mißbräuchliche Einnahme bestimmter Schmerzmittel
  • bestimmte Schadstoffe in der Umwelt und am Arbeitsplatz

Häufigkeit

14.520 Personen in Deutschland erhielten 2010 die Diagnose Nierenkrebs. Am häufigsten ist das Nierenzellkarzinom (RCC). Bei Frauen ist das RCC seltener als bei Männern. Das mittlere Erkrankungsalter von Männern, bei denen ein RCC festgestellt wird, ist 68 Jahre und 71 Jahre für Frauen.1

Krankheitszeichen

Mögliche Anzeichen von Nierenkrebs sind:

  • Bauchschmerzen/Flankenschmerzen
  • Müdigkeit/Abgeschlagenheit
  • Blutarmut
  • Blut im Harn
  • Fieber
  • Gewichtsverlust

Diagnose

Die häufigsten Untersuchungen zur Diagnose von Nierenkrebs sind:

  • Sonografie
  • Laboruntersuchung
  • Röntgenaufnahme
  • Bildgebung mittels Computer- und Magnetresonanztomografie
  • Gewebeentnahme (Biopsie)

Behandlung

Die Behandlung der Wahl bei Nierenkrebs hängt von der Größe des Tumors ab sowie davon, ob der Tumor bereits gestreut hat bzw. wie der Allgemeinzustand des Patienten ist.

Operation

Liegen beim Nierenkrebs noch keine Tochtergeschwüre (Metastasen) vor, wird der Tumor in den meisten Fällen in einer Operation entfernt. Entweder wird die befallene Niere vollständig entfernt (Nephrektomie) oder nur der Teil der Niere, der vom Tumor befallen ist.

Lokale Verfahren

Kommt eine Operation nicht in Frage, kann der Tumor mittels Kälte (Kryotherapie) oder Hitze (Radiofrequenzablation (RFA oder RITA) oder Mikrowellen-Thermotherapie) zerstört werden.

Systemische Therapie

Bei fortgeschrittener Erkrankung kann durch eine systemische medikamentöse Therapie die Erkrankung verlangsamt oder für eine Zeit lang gestoppt werden. Die verschiedenen zur Verfügung stehenden Substanzen greifen dabei in verschiedene Signalwege des Tumorstoffwechsels ein und hemmen so dessen Wachstum.

  1. Krebs in Deutschland 2007/2008. 8. Ausgabe. Robert Koch-Institut (Hrsg) und die Gesellschaft der epidemiologischen Krebsregister in Deutschland e.V. (Hrsg). Berlin, 2012.